Beschluss des SPD-Landesvorstands - von Hilde Mattheis MdB und Katrin Alpeter MdL
Solidarische Absicherung des Pflegerisikos
Pressemitteilungen
Ausgangslage
Die Pflegeversicherung hat sich bewährt. Sie garantiert beim Eintreten von Pflegebedürftigkeit eine Mitfinanzierung pflegerischer Leistungen. Diese Absicherung des Pflegerisikos ist weiterhin notwendig, allerdings besteht Reformbedarf hinsichtlich des Pflegebegriffs, der Strukturen und der Leistungen sowie der Finanzierung. Bund und Land sind gleichermaßen in der Pflicht, diese Reformen einzuleiten.
Reform des Pflegebegriffs
Ein neuer Pflegebegriff muss von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgehen und damit die bisher fast ausschließliche Ausrichtung auf körperbezogene Hilfestellungen überwinden. Er muss den Hilfe- bzw. Teilhabebedarf umfassend feststellen und auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigen. Dieser erweiterte Pflegebegriff erfordert die Neujustierung der Pflegestufen.
Strukturreformen
Die derzeitige starre Trennung der Angebotsstrukturen der Pflege wird den Bedürfnissen derer, die einen Hilfebedarf haben, nicht mehr gerecht. Erforderlich sind Netzwerkstrukturen auf kommunaler Ebene, die ein Beratungs- und Versorgungsangebot bieten und das isolierte Nebeneinander von Institutionen, Professionen in der Pflege und ehrenamtlich Tätigen in der Pflege aufheben. Folgende Punkte stehen im Vordergrund unserer Zielvorstellungen:
- Sozialraumplanung/Planung von Pflegeangeboten der Kommunen und Länder mit dem Ziel, unabhängige, niedrigschwellige Beratungs- und Versorgungsnetze und aufsuchende Sozialarbeit anzubieten.
- Schaffung von flexiblen Wohnformen und flexiblen Wohnraumes, um bei Bedarf Kombinationen der verschiedensten Service- und Hilfeangebote zu integrieren.
- Schulung und Begleitung ehrenamtlich Engagierter und ihre Einbindung in professionelle Strukturen.
- Dynamisierung der Leistungen, nach einer einmaligen Anhebung gekoppelt an die Kostensteigerung.
- Übergangsweise, bis zum Wirken des neuen Pflegebegriffs, besondere Leistungen für Menschen mit Demenz.
- Neujustierung der Leistungen für ambulante und stationäre Pflege.
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Veröffentlicht am 28.04.2007
